Nachdem die Kaste der Samurai im Zuge der Meiji-Restauration abgeschafft worden war, schuf Japan ein modernes Militär. Bushido hätte damals zusammen mit den Samurai in die Annalen der Geschichte eingehen können, doch japanische Nationalisten und Kriegstreiber erinnerten immer wieder aktiv an dieses kulturelle Ideal während des frühen 20. Jahrhunderts und des Zweiten Weltkriegs. Als Japan in diesem Krieg seine schwere Niederlage erlitten hatte, schien das Bushido-Konzept vollständig am Ende zu sein. In der Nachkriegszeit verwendeten nur noch einige hartgesottene Nationalisten den Begriff. Die meisten Japaner schämten sich eher für die Verbindung des Ausdrucks mit der Grausamkeit und der Vernichtung im Zweiten Weltkrieg.

Neuer Bushido-Ruhm

Beginnend in den späten 70er Jahren erlebte Japan einen Wirtschaftsboom. Als das Land in den 80er Jahren zu einer der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt wurde, begannen die Menschen in Japan und außerhalb des Landes, erneut den Begriff Bushido zu verwenden. Es bedeutete nun vielmehr extrem hartes Arbeit, Loyalität gegenüber dem Unternehmen und absolute Hingabe für Qualität und Präzision als Zeichen persönlicher Ehre. Nachrichtenorganisationen berichteten sogar von einer Art Firmen-Seppuku, genannt Karoshi, bei dem sich Menschen für ihre Unternehmen buchstäblich zu Tode arbeiteten.

Bushido im Sport

Heutzutage lebt Bushido in der modernen japanischen Kultur weiter. Obwohl Bushido an sich aus der Mode gekommen ist, taucht der Begriff in Verbindung mit Sport in Japan immer noch regelmäßig auf. Japanische Baseballtrainer bezeichnen ihre Spieler als „Samurai“ und die internationale Fußballmannschaft heißt „Samurai Blue“. In Pressekonferenzen beziehen sich die Trainer und Spieler regelmäßig auf Bushido, was jetzt als harte Arbeit, Fairplay und Kampfgeist definiert wird.

Neue Krieger

Nirgendwo wird Bushido häufiger erwähnt als in der Welt der Kampfkunst – den Martial Arts. Praktizierende von Judo, Kendo und anderen japanischen Kampfkünsten erlernen, was sie als uralte Prinzipien des Bushido betrachten. Ausländische Kampfsportler, die zum Studium nach Japan reisen, haben sich Bushido als Teil des traditionellen und kulturellen Erbes Japans besonders gewidmet.