Entwicklung der japanischen Kampfkünste

Die meisten zeitgenössischen japanischen Kampfkünste sind ein Produkt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Obwohl sie auf der traditionellen Bushido-Philosophie und Budo-Kampfkünsten basieren, gab es massive Veränderungen. Judo wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von Kanō Jigorō erfunden. Karate war in Japan erst nach 1922 bekannt. Beide Systeme unterscheiden sich stark von der traditionellen japanischen Kampfkunst, die davor gelehrt wurde. Die Systeme wurden als eine Kombination aus westlichen Ideen und moderner Interpretationen weiterentwickelt. Vorgänger von „Mixed Martial Arts“ in Japan waren lange vor den modernen MMA-Wettbewerben beliebt. Schon im frühen 20. Jahrhundert waren Kampfsportveranstaltungen in Japan, Europa und Brasilien sehr populär, bei denen Ju-Jutsu-Meister gegen Boxer antraten. Japan schickte seine besten Kämpfer ins Ausland, um an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.

Die Bushido Gladiatoren des MMA

Der einzigartige Bruce Lee soll in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren MMA in Amerika beeinflusst haben. Sein Jeet Kune Do (ein Kampfstil basierend auf Kung-Fu, Boxen, Muay-Thai, Ringen, Ju-Jutsu und anderen) gilt als Vorläufer des modernen MMA. Ein weiterer Einfluss kam aus Brasilien, das als Geburtsort von „Vale Tudo“ (Freistilkampf) bekannt ist. Mitsuyo Maeda, ein japanischer Judo-Experte, wanderte nach Brasilien aus und errichtete Anfang des 20. Jahrhunderts eine Judo-Kolonie. Er beeinflusste dann eine Gruppe von Pionieren (die Gracie-Familie) der Vale Tudo-Kämpfe. Schließlich wurden die Gracies in der amerikanischen Kampfkunst-Community berühmt. Später etablierten sie zusammen mit anderen die „UFC“ (Ultimate Fighting Championship), ein Freistilkampf-Wettkampf für Pay-TV. MMA wurde schnell zu dem am schnellsten wachsenden Kampfsport in den USA. Im Jahr 2006, nach der Entstehung der „Ultimate Fighter Reality Show“ auf Spike TV, übertrafen die jährlichen TV-Gebühreneinnahmen von UFC die des professionellen Boxens und der Wrestling-Formate. MMA erhielt dadurch mehr Medienberichterstattung und wurde von den Mainstream-Medien ins Rampenlicht gesetzt. Die Titelseiten auf Sports Illustrated und ESPN The Magazine unterstrichen den Erfolg. Die UFC erwarb schließlich zwei ihrer Hauptkonkurrenten, Pride FC und die WEC, wodurch sie zur größten MMA-Organisation der Welt wurde.